Foto aus der Kanzlei ROMBACH - Rechtsanwälte | Insolvenzverwalter (Seite "Aktuelles")

Kahla Porzellan muss Geschäfts­betrieb zum Jahresende einstellen

Kahla / Erfurt, 30. September 2026. Im Insolvenzverfahren über die Kahla Porzellan GmbH steht fest, dass der Geschäfts­betrieb zum Ende des Jahres vollständig einge­stellt werden muss. Trotz monatelanger Gespräche mit potenziellen Investoren konnte keine tragfähige Übernahme­lösung für die traditions­reiche Porzellan­manufaktur gefunden werden.

Seit März 2026 wurden zahlreiche Investoren­gespräche geführt. Zuletzt fanden intensive Verhand­lungen mit einem türkischen Investor statt. Auch diese Gespräche blieben jedoch ohne Ergebnis. Insolvenz­verwalter Rechts­anwalt Rolf Rombach sieht daher keine Möglichkeit mehr, den Geschäfts­betrieb über das Jahresende hinaus fortzuführen.

Der derzeit laufende Geschäfts­betrieb wird zum Jahresende geordnet auslaufen. Ziel ist es, bestehende Aufträge im Rahmen der verbleibenden Möglich­keiten abzuarbeiten und das Unter­nehmen ent­sprechend seiner Bedeutung würdevoll zu verabschieden.

Keine wirtschaftliche Grundlage für dauerhafte Fortführung

Kahla Porzellan zählt zu den bekanntesten Traditions­unternehmen Thüringens. Die Marke steht seit vielen Jahr­zehnten für hoch­wertige Porzellan­herstellung, funktionales Design und industrielle Kompe­tenz am Standort Kahla.

Die wirtschaftlichen Rahmen­bedingungen haben sich jedoch weiter verschärft. Neben der allgemeinen wirtschaft­lichen Lage belasten insbesondere die hohen Energie­kosten den Betrieb. Die monatlichen Gaskosten lagen zuletzt bei rund 150.000 bis 180.000 Euro. Diese Kosten können nicht mehr dauerhaft erwirtschaftet werden.

Hinzu kommt, dass notwendige Preis­erhöhungen am Markt nur sehr eingeschränkt durch­setzbar sind. Viele Kunden akzeptieren höhere Preise nicht oder nur in geringem Umfang. Damit fehlt dem Unter­nehmen die wirtschaft­liche Grundlage, um die energie­intensive Herstellung von hoch­wertigem Porzel­lan in Deutschland kosten­deckend fortzuführen.

„Wir haben alle realistischen Möglich­keiten geprüft und ausgeschöpft“, erklärt Insolvenz­verwalter Rolf Rombach. „Am Ende muss ein Insolvenz­verwalter aber auch anerkennen, wenn eine Fort­führung wirtschaftlich nicht mehr verant­wortbar ist. Auch als Insolvenz­verwalter kann man Lösungen nicht einfach herbei­wünschen.“

Freistaat Thüringen unterstützte die Suche nach Lösungen

Aufgrund der besonderen Bedeutung von Kahla Porzellan für Thüringen wurde auch der Freistaat Thüringen früh­zeitig einbezogen. Das Thüringer Wirtschafts­ministerium und die Staats­kanzlei wurden fort­laufend über den Stand des Verfahrens informiert und unter­stützten die Bemühungen im Rahmen ihrer Möglich­keiten. Auch der Minister­präsident Mario Voigt persönlich hat sich in die Lösungs­findung eingeschaltet.

„Ich bin dem Freistaat Thüringen für die konstruktive Begleitung dankbar“, so Rolf Rombach weiter. „Alle Beteiligten waren sich der Bedeutung dieses Unter­nehmens bewusst. Umso bitterer ist es, dass trotz inten­siver Bemühungen keine trag­fähige Lösung erreicht werden konnte.“

Außergewöhnliche Verbundenheit der Belegschaft

Besonders hebt Rombach die Haltung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervor. Die Beleg­schaft habe sich während des gesamten Verfahrens vorbild­lich verhalten, den laufenden Betrieb zuver­lässig unter­stützt und zugesagt, auch bis zum Ende der operativen Tätigkeit engagiert weiter­zuarbeiten.

„Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Kahla leisten in der Krise hervor­ragende Arbeit. Sie haben dem Unter­nehmen bis zuletzt die Treue gehalten und sich in einer Weise eingebracht, die höchsten Respekt verdient“, sagt Rombach. „Diese Verbunden­heit wäre aus meiner Sicht auch für jeden Übernahme­interessenten ein besonders wertvolles Asset gewesen.“

Die kommenden Wochen stehen nun im Zeichen einer geordneten Abwick­lung. Für RA Rombach ist dies angesichts der langen Geschichte und regionalen Bedeutung des Unternehmens von besonderer Bedeutung.

„Wenn eine Betriebs­schließung unvermeid­bar ist, dann muss sie bei einem solchen Traditions­unter­nehmen in Würde erfolgen“, so Rombach abschließend. „Dazu sind alle Beteiligten bereit, insbesondere die Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter. Ihnen gilt mein besonderer Dank. Dieses Verfahren und die Menschen in diesem Verfahren haben mich persönlich bewegt.“
 

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